wissenschaft in progress


30.04.2009, 09:26 Uhr von Mario Donick

»Verliebt in eine Datenbank - Kommunikation im Internet«

Ich sitze gerade in der Ringvorlesung »Geisteswissenschaften und Internet«, die vom Arbeitsbereich für Multimedia und Datenverarbeitung in den Geisteswissenschaften der Universität Rostock veranstaltet wurde. Heute hält mein Kollege Marian Hoffmann vom Institut für Kommunikationswissenschaft einen Vortrag zu Kontextproblemen bei der Kommunikation im Internet. Das ist ja eigentlich mein ureigenes Thema, und am 28. Mai halte ich in dieser Vorlesung ebenfalls einen Vortrag – zur Frage, ob es möglich ist, mit E-Learning kommunizieren zu lernen. Mal sehen, inwieweit ich Marians Vortrag aufgreifen kann. Die Einleitung war bisher recht unterhaltsam. smile

Es beginnt mit der Darstellung traditioneller Kommunikationsmodelle. Transfermodell, Botschaft wird von A nach B übertragen. Dann 4-Ohren-Modell von Schulz v. Thun. Die Gliederung zeigte aber schon, dass die aktuelle Forschung am Institut zu Redundanzräumen noch eine Rolle spielen wird. Ich bin gespannt.

09:41 Marian hat eine etwas sarkastische Art zu reden. Ich find's lustig. Wir sind jetzt dabei, eine konstruktivistische Sicht auf Erkenntnis und Kommunikation zu klären, mit dem berühmten Hunde-Beispiel.

09:48 So, und nun sind wir endlich bei Kontext bzw. Redundanzraum angekommen.

09:52 »Kommunikation kommt schon dann zustande, wenn da eine textliche Reaktion kommt« – das ist natürlich problematisch, wenn man einen sehr engen Interaktionsbegriff verwendet. Ist das nicht eher Interaktivität, wenn man sie so definiert wie ich es letztens in meiner Übung »Computersysteme als Kommunikationspartner« getan habe: Interaktivität ist das zielgerichtete Handeln von Menschen in Hinblick auf technische Systeme, wobei sie dort mit kommunikativen »Spuren« der Erschaffer dieser Systeme in Berührung kommen ?

09:56 … auf menschliche cvK bezogen müsste man das noch ergänzen: nicht nur Erschaffer, sondern auch andere Nutzer. Wichtig ist der Spurengedanke.

10:02 So und nun die gefährliche Frage: Was ist Kommunikation? Antwort des Vortrags: »Kommunikation ist wechselseitige Datenmanipulation im sozialen Raum zum Zweck eines bestimmten Anliegens eines Individuums« Joa. Ich rede immer lieber von Stimuli und Stimulusclustern, denen wir ausgesetzt sind, aber das sind erstmal nur Begrifflichkeiten.

10:15 Wir sind jetzt bei der Frage, wie Flirt-Portale im Internet funktionieren – wie Profile zueinander passen können. Aus soziologisch-statistischer Sicht war das auch Thema bei der Tagung in Bielefeld, »Von der Klasse zum Cluster«.

10:20 »Es ist unerheblich, ob die Person, die mir dort angeboten wird, zu mir passt. Wichtig ist, dass ich das Gefühl habe, verstanden zu sein.« (nicht direkt ein direktes Zitat, aber sinngemäß). Ich finde es aber wirklich schwierig zu behaupten, dass man mit dem Flirtportal in Kommunikation steht.

10:27 Durch Gebühren wird ein kommmunikativer Handlungsraum eröffnet, und wenn man bezahlt hat, ist man daran gebunden.So insgesamt kann ich dem Vortrag zustimmen; zu den Details zum Kommunikationsbegriff kann man sich streiten, aber an sich denke ich, dass die Studierenden hier einen guten Einblick erhalten haben über 1. die Forschung am Institut und 2. über eine Sicht auf Kommunikation, der man sich im Alltag meist nicht bewusst ist. Und nun ist der Akku meines Netbooks alle.

10:30 FAST hätte es hier angefangen zu brennen (Ledermäppchen vor dem aktiven Beamer).

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Kommentare

Wiebke Schwelgengräber schrieb am 30.04.2009, 10:55
dabei sein

Mario, vielen Dank für deine Eindrücke. Es ist fast, als wäre ich selbst dabei gewesen wink

 

Wiebke Schwelgengräber schrieb am 30.04.2009, 10:57
Und das Mäppchen ...

ist es noch heil?

 

Mario Donick schrieb am 30.04.2009, 12:36

Na, freut mich, dass dich der Bericht unterhalten hat wink Dem Mäppchen ist nichts weiter passiert.

 

 

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