05.11.2009, 09:33 Uhr von Mario Donick
Best of 2009
Das letzte Jahr war wissenschaftlich gesehen ziemlich ereignisreich, aber so langsam wird es wieder ruhiger (was ich durchaus ganz erholsam finde). Hier die Highlights im verfrühten Jahresrückblick:
- Anfang des Jahres war ich in Bielefeld auf der Tagung "Von der Klasse zum Cluster", die von der dortigen Mediensoziologie (Tilmann Sutter, Josef Wehner, Jan-Hendrik Passoth) durchgeführt wurde. Das war das erste Mal, dass ich selbst einen Vortrag auf einer Tagung halten durfte, und rückblickend war ich ziemlich aufgeregt. Es ging im Wesentlichen darum, was Möglichkeiten der statistischen Datenerhebung etwa in Social Networks (last.fm, Online-Dating-Plattformen u.a.) für die Nutzer dieser Plattformen bedeuten, z.B. hinsichtlich der Bildung von Gruppen, Gemeinschaften und das Entstehen von Kommunikation. Zu der Tagung wird auch ein Tagungsband erscheinen.
- Im April war ich in Amman/Jordanien auf der International Conference on Interactive Mobile and Computer Aided Learning, einer E-Learning-Tagung. Das war zweifellos das Highlight des Jahres, denn allein der Tagungsort war neu und aufregend. Eine faszinierende Mischung aus Tradition und westlichen Einflüssen -- eigentlich gab es nichts, was es nicht auch in Deutschland gibt, aber alles gefiltert durch einen ganz spezifischen eigenen Blickwinkel. Das waren viel zu viele Eindrücke, um sie hier zu posten. Auf der Konferenz stellte ich das "Process- and Group Oriented Learning Model for Enhancing Intercultural Comptence" (PGLM) vor, dass wir am Rostocker Lehrstuhl für Rechnerarchitektur entwickelt haben. Es baut auf einer konstruktivistischen Kommunikationstheorie auf und ist unseres Erachtens geeignet, interkulturelle (Online-)Lernprozesse zu reflektieren und zu planen.
- Im Juni fand in Rostock die e-Learning Baltics statt. Dort stellten Kollegen und ich zum einen ein Paper zum Mediengestützten Juniorstudium vor, andererseits auch eines zur Aufgabenentwicklung für E-Learning-Systeme am Beispiel einer elektronischen (Interactive Fiction)-Variante von Goethes "Wahlverwandtschaften". Ich will versuchen, das System selbst auf der eLBa 2010 vorzustellen, mit stärkerem Fokus auf seine Möglichkeiten.
- Im September war ich in Wien auf der von der österreichischen BuPP und der Uni Wien organisierten F.R.O.G. (Future and Reality of Gaming), einer Computerspieltagung im Rahmen der, hm, Messe Games City Vienna, wo auch das österreichische Finale der World Cyber Games stattfand. Die Kombination aus Unterhaltung und Wissenschaft fand ich sehr gelungen, und v.a. fand ich es bezeichnend, dass das Ganze im sehr ehrwürdigen Wiener Rathaus stattfand -- das zeugt von einer gewissen Wertschätzung von Computerspielen, die ich so bisher nicht erlebt habe. Ich habe dort ein Poster vorgestellt, das sich mit Grenzen des Rollenspiels in Online-Rollenspielen / MMORPGs wie World of Warcraft befasst.
- Im Oktober war ich in Braunschweig bei der 51. Fachausschusssitzung Anthropotechnik der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (Programm als PDF). Dort habe ich eine Vorstudie vorgestellt, die sich mit dem Erfolg zeitverzögerter Kommunikation unter simulierten interplanetaren Distanzen beschäftigt. Die ist entstanden im CAVLOD-Projekt am Lehrstuhl für Rechnerarchitektur. (Die Website muss dringend fertig gestellt werden ...) Von Braunschweig habe ich leider nicht so viel gesehen, war ich nur einen Tag da war, aber die Tagung bzw. die darin gezeigten Perspektiven waren hochspannend. Das Interesse war auch gegenseitig, denn es war für die meisten Anwesenden schon ungewöhnlich, dass ein Geisteswissenschaftler sich mit Weltraumfahrt beschäftigt.

- Letzter Höhepunkt war dann die Videokonferenz mit Kerstin Raudonats Seminar "Computerspiele" an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die vor zwei Tagen (also am 3. November) stattfand. Dort habe ich das oben erwähnte in Wien vorgestellte Poster in Vortragsform präsentiert. Diese Zusammenarbeit hat sich auf der F.R.O.G. in Wien ergeben. Das war sehr spannend, denn Videokonferenzen sind ja noch nicht alltäglich; meine parallel anwesenden Zuhörenden in Rostock mussten leider damit leben, dass ich es manchmal versäumt habe, die Powerpoint weiterzuschalten ... sorry.
Das war es also erstmal ... daneben gab es noch viele kleinere Dinge, die ich sehr, hm, befriedigend fand, und ich freue mich auch darüber, dass unsere Zeitschrift WISSENSCHAFT in progress in diesem Jahr einen gewissen Sprung gemacht hat, u.a. hinsichtlich der Verfügbarkeit der Druckausgabe in Uni-Bibliotheken oder hinsichtlich der letzten beiden Ausgaben sowie der kommenden.
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Kommentare
Wiebke Schwelgengräber schrieb am 06.11.2009, 07:56
schön, dass du einen rückblick gibst. das zeigt nochmal, wieviel passiert ist. erstaunlich viel 
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